Pallas Athene
Die Skulptur kam 1660 als Geschenk der Stadt Amsterdam - vermutlich per Schiff nach Emmerich, dann auf Pferdewagen tansportiert - nach Kleve. Der bedeutende niederländische Dichter Joost von den Vondel preist sie und den Beschenkten Johann Moritz in seinem Gedicht Op de marmere Pallas Van den doorluchtigsten Vorst en heere Joan Mauritius.
Seitdem bildet diese Skulptur der Pallas Athene oder Minerva, wie sie auch genannt wurde, einen zentralen Punkt der barocken Gartenanlagen.
>> Digitale Sammlung: Joost von den Vondel - Op de marmere Pallas, 1660
1666 Pallas Athene (Anthonie van Borssum)
Die Ansicht des Amphitheaters (nach 1666) von Anthonie van BORSSUM zeigt den Standort, an dem die Skulptur seit Jahrhunderten steht. Heute ist es dort eine Kopie, das Original steht geschützt im Museum.
>> Digitale Sammlung: Anthonie van BORSSUM - Ansicht des Barockgartens in Kleve, nach 1666
1688 Pallas Athene (Jan van Call)
Die Grafik von Jan van Call zeigt die Platzierung der Skulptur in der Sichtachse nach Hochelten.
>> Digitale Sammlung: Jan van Call - Das Amphitheater nach Norden..., 1688-1701
1695 Pallas Athene (Abraham Jansz. Begheyn)
Im Bild Rast im Schutze der Klever Minerva (1665) setzt Abraham Jansz. Begehyn die Skulptur der Göttin in eine Fantasielandschaft.
>> Digitale Sammlung: BEGHEYN Abraham Jansz. - Rast im Schutze der Klever Minerva, 1695
1937 "behütet" Achilles Moortgat die Pallas Athene
Pallas Athene kam in das Atelier von Achilles Moortgat, um ein Duplikat für die Gartenanlagen anfertigen zu lassen. Das Original sollte danach im Museum ausgestellt werden. Aufgrund hoher Kosten verzögerte sich die Ausführung, sodass Achilles Moortgat die Pallas Athene nach Ausbruch des Krieges in seinem Garten sorgfältig vergrub. Ein Glücksfall für Kleve. Denn wäre der Auftrag vollendet worden, wäre Pallas Athene bei den Bombenangriffen wohl verloren gegangen.
1954 kehrt Pallas Athene in die Gartenanlage zurück
Nach Kriegsende konnte Pallas Athene unbeschadet ausgegraben und 1953 / 1954 in der Xantener Dombauhütte wegen Witterungsschäden restauriert werden. 1954 kehrte sie zu ihrem angestammten Platz zurück.
1994 Reise nach Amsterdam
Pallas Athene wurde nach Amsterdam ausgeliehen. Die originale Skulptur verließ damals ihren Platz im Garten des Städtischen Museums im -Haus Koekkoek, um in den Königlichen Palast zu reisen und anschließend in ihrem neuen Zuhause im Kurhaus Kleve anzukommen, gleich neben den Gartenanlagen, in denen seit Jahren eine Kopie der Pallas Athene steht.
Walter Flinterhoff begleitete diese Reise der Pallas Athene / Minerva in der Rheinischen Post vom 13.06.1994.
Pallas Athene kehrte im Dezember 1994 nicht mehr in den Garten des Museums Haus Koekkoek zurück, sondern schwebte "vom Himmel" durch ein rundes Dachfenster in die Säulenhalle des Museums Kurhaus, das 1994 noch eine große Baustelle war.
Mehr im PresseSpiegel 1994
2025 Pallas Athene reist nach Amsterdam
Als am 12.05.2025 die Skulptur der Pallas Athene aus dem Museum Kurhaus Kleve für eine Austellung in Amsterdam abgeholt wurde, kam Norbert van Elten als Zuschauer vorbei.
50 Jahre zuvor hatte er während seiner Lehrzeit als Steinmetz die von Artus Quellinus 1660 gestaltete Skulptur der Pallas Athene ohne Kran, aber mit dem gesamten Werkstatt-Team von Steinmetz Hölker am Amphitheater abgebaut und per LKW zu einem Betrieb gebracht, der einen Abguss der Göttin machen sollte.
Zum 750-jährigen Jubiläum der Stadt Amsterdam, deren Stadhuis (heute: Koninklijk Paleis) Artus Quellinus im 17.Jahrhundert gestaltete, wurde am 17.06.2025 die Ausstellung mit der Klever Pallas Athene, einem Meisterwerk des Bildhauers, durch den König eröffnet.
Kleves Botschafterin Pallas Athene begrüßte dort im Koninklijk Paleis bis zum 27.10.2025 (dem 750.Geburtstag der Stadt Amsterdam) zahlreiche Besucher*innen.
>> Koninkklijk Palais Amsterdam - Artus Quellinus
>> Digitale Sammlung: Artus Quellinus - Pallas Athene / Minerva, 1660
Film zur Ausstellung im Koninklijk Paleis Amsterdam
Im Film zur Ausstellungen beschreiben die Kuratorinnen die Großartigkeit der Klever Pallas Athene und den Aufwand, diese barocke Skulptur für die Ausstellung nach Amsterdam kommen zu lassen: Mit einem Kran wurde die eine Tonne schwere Pallas Athene durch das Dach aus dem Museum Kurhaus gehoben, per Kunstspedition nach Amsterdam gebracht und dort wiederum mit Kran über das Dach in den Innenhof des Palastes gehoben, um dann durch ein Fenster "liegend" in den Bürgersaal gebracht zu werden.
>> QUELLINUS BEELDHOUWER VAN AMSTERDAM / Koninklijk Paleis Amsterdam 2025 (VIDEO: 7:15 min)
Screenshots aus dem Film
Die Rückkehr nach Kleve, 13.11.2025
Als Pallas Athene am 13.11.2025 vom 750-jährigen Jubiläum der Stadt Amsterdam ins Museum Kurhaus Kleve zurückkehrte, erzählte Josef Tripp aus Hau seine Geschichte mit "dem Mädchen".:
1975
brachte er die Klever Pallas Athene als junger Steinmetz-Geselle der Werkstatt Hölker mit seinen Kollegen nach Waldbröl. Dort wurde die Skulptur gesäubert und eine Kopie angefertigt. Beide Göttinen holte Josef Tripp wieder ab und stellte das Original im Haus Koekkoek und die Kopie am Amphitheater auf.
1994
begleitete er als Steinmetz-Meister die erste Reise der Pallas Athene nach Amsterdam. Er baute die Skulptur im Garten des Koekkoek-Haues ab, brachte sie in den königlichen Palast und stellte sie an ihrem neuen Platz im Museum Kurhaus Kleve wieder auf, das damals noch ein Rohbau war.
2025
beobachtete er die Rückkehr "seines Mädchens" ins Museum Kurhaus Kleve.
>> mehr im PresseSpiegel