DREI KÖNIGE

Stationen zu einem virtuellen Familien-Rundgang im Museum Kurhaus Kleve am Dreikönigstag (Nicht alle Werke sind in der aktuellen Ausstellung zu sehen.)

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UNBEKANNTER MEISTER

Paxtafel (Kusstafel) aus dem Stift Kleve, um 1489

MKK Inv.Nr. 79-01-09 / Dauerleihgabe der Katholischen Propsteikirche St. Mariä Himmelfahrt Kleve

 

Die Paxtafel entstand vermutlich anlässlich der Hochzeit des Klever Herzogs Johann II. mit Mechthild von Hessen-Katzenelnbogen 1489. Am unteren Rand verweist die Schrift-Banderole auf die Reliquien aus dem Heiligen Land, die sich in der Paxtafel befunden haben.

 

Als Kuss-, Pax- oder Friedenstafel werden kleine, kunstvoll gestaltete Täfelchen aus vergoldeter Bronze, Silber, Holz oder Elfenbein bezeichnet, die seit dem 13.Jh. beim liturgischen Friedenskuss während der Messe vom Priester ausgewählten Gläubigen zum Kuss gereicht werden. Bei besonderen Anlässen konnte damit auch ein Ablass (Sündenvergebung) verbunden sein.

Die Tradition des Friedenskusses geht auf die Paulusbriefe in der Bibel zurück. Mehrfach schreibt er „Grüßet euch untereinander mit dem heiligen Kuß.“ (Korinther 13,12)

In Flandern schickten auch Familien oder Nachbarn Kusstafeln hin und her, um das friedliche Zusammenleben zu bestärken.

>> mehr zur Paxtafel / Kusstafel in der Digitalen Sammlung

 

 

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Henrik Douverman (um 1480/1490-1543)

Heilige Drei Könige, 1530-1535

MKK Inventar Nr.: 2018-X-I abc / Dauerleihgabe des Freundeskreises Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V., erworben mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung, des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kunststiftung NRW, der Rudolf-August Oetker-Stiftung für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Denkmalpflege, der Provinzial Rheinland Versicherung AG, der Irene Zintzen-Stiftung und weiteren privaten Förderern, die nicht genannt werden möchten

 

Die virtuos geschnitzten Figuren der Heiligen Drei Könige (Caspar, Melchior, Balthasar) wurden von Henrik Douverman gestaltet. Douverman schreibt ihnen unterschiedliche Lebensalter zu: ein alter König mit langem Bart, ein bartloser junger König und das Alter des dritten Königs liegt dazwischen. Auch die Herkunft der Weisen ist zu sehen: Melchior (hebräisch: Herr des Lichts) repräsentiert das alte Europa, Caspar (persisch: Hüter des Schatzes) Asien und Balthasar Afrika.

Die Reliquien der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom werden dort seit dem 12.Jahrhundert verehrt.

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Hanns Lamers

Die Heiligen Drei Könige vor dem Jesuskind, 1952

MKK Inventar Nr.: 2023-09-25 / Schenkung aus Privatbesitz (Foto A. Gossens)

 

Der Jahresschnitt von 1952 ist eine Holzschnitt-Grafik mit den Heiligen Drei Königen und dem einige Wochen alten Kind Jesus. Lamers zeigt den afrikanischen König knieend. Gemeinsam mit dem gebeugten mittleren König bildet er den Schutzraum für das Kind.

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3b

Hanns Lamers

Die Anbetung der Heiligen Drei Könige vor dem Jesuskind und die Kreuzigung, 1963

MKK Inventar Nr.: 2023-09-41 / Schenkung aus Privatbesitz

 

Diese Holzschnitt-Grafik, der Jahresschnitt von 1963, stellt Lamers den Heiligen Drei Königen im Stall von Bethlehem ein ungewöhnliches Thema gegenüber: Drei Könige mit Hammer und Äxten, die Jesus Christus 33 Jahre später an Kreuz nageln.

>> mehr zu Hanns Lamers - Die Anbetung der Heiligen Drei Könige in der Digitalen Sammlung

 

 

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Karl Kluth (1898-1972)

Engel, der den Heiligen Drei Königen den Weg mit dem Stern weist, 1962

MKK Inventar Nr.: 2021-12-08 (065) / Schenkung Guido de Werd 2021 aus dem Nachlass Sonja Mataré (1926–2020)

 

Karl Kluth zeigt den Moment, als ein von hellem Lichtschein umgebener Engel den Heiligen Drei Königen verkündet, dass ein Stern die Könige zum neu geborenen Jesus führen wird.
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Karl Matthäus Winter (1932-2012)

Verlobungskarte am Dreikönigstag, 1957

MKK Inventar Nr.: 2021-12-08 (187) / Schenkung Guido de Werd 2021 aus dem Nachlass Sonja Mataré (1926–2020)

 

Mit wenigen grafischen Details werden die drei Könige charakterisiert: Haarzopf oder Bart, langer Mantel oder halblange Hose, Schnabelschuhe oder Reiter-Sporen und drei veschiedene Gefässe. Der Stern führt sie zu Maria, die nicht zu sehen ist. Aber ihr Name kann entdeckt werden: M A RIA.
 

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Editha Hackspiel (*1925)

Neujahrskarte mit Sternsinger*innen

1980-2000

MKK Inventar Nr.: 2021-12-08 (090) / Schenkung Guido de Werd 2021 aus dem Nachlass Sonja Mataré (1926–2020)

 

Die Doppel-Grafik zeigt zwei Kindergruppen, die singend als Sternsinger durch das Land ziehen. In Deutschland wird diese Sternsinger-Aktion, seit den 1950er Jahren jährlich durchgeführt. Sie zählt heute zu den größten Kinder-Solidaritätsaktionen weltweit.

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