Freundeskreis
Museum Kurhaus &
Koekkoek-Haus Kleve e.V.


Anregungen zum Bebauungsplan für den Bereich Kavarinerstraße / Hanns-Lamers-Platz (Plan Nr 1-084-5)

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Brauer, sehr geehrte Damen und Herren, auf die zu berücksichtigenden historischen Aspekte für das B-Plan-Gebiet hatten wir bereits in der gemeinsamen Stellungnahme mit dem Klevischen Verein vom 01.10.2013 hingewiesen. Das Schreiben ist diesem Schreiben als PDF in der Spalte rechts (als Anlage 1) nochmals beigefügt. Mit meinem heutigen Schreiben möchte ich für den Freundeskreis die Punkte des B-Plan­Entwurfs aufzeigen, die wir nach genauer Prüfung  und fachkundiger Beratung für verbesserungswürdig halten oder nicht akzeptieren können:

1. Traufhöhe Gebäude Kavarinerstraße

Nach dem Entwurf soll eine Traufhöhe an der Kavarinerstraße von 9,00 bis 11,50m möglich sein. Diese Traufhöhen vernichten die optische Freistellung des Hauses Koekkoek in der Straßenfront, wie sie heute beiderseits des Hauses Koekkoek gegeben ist.

Der Freundeskreis ist der Auffassung, dass sich die Traufhöhen an den Traufhöhen des Gebäudes Kavarinerstr. 31 und des vor längerer Zeit wegen Baufälligkeit abgebrochenen Hauses Kavarinerstr. 35 orientieren müssen. (Anlage siehe PDF  in der Spalte rechts)

Selbst der linke Teil des Gebäudes  Rexing  (Kavarinerstr. 39) hat nur eine Traufhöhe von 8,30 m.

2. Fassadengestaltung Kavarinerstraße

Bei einer Bebauung des Grundstücks Kavarinerstr. neben dem zu erhaltenden Gebäude Kavarinerstr. 37 ist auf eine Unterbrechung der Fassaden zu achten. Der Erhalt des Gesimses und der Fassade im ersten Obergeschoss des Gebäudes Kavarinerstr. 37 ist unbedingt festzuschreiben. (Anlage siehe PDF in der Spalte rechts)

3. Fehlende Angabe der Firsthöhe Gebäude Kavarinerstraße

Die Angabe einer Firsthöhe fehlt für den Bebauungsplanbereich an der Kavarinerstraße. Da aus wirtschaftlichen Gründen die Maße der baulichen Nutzung durch Investoren meist voll ausgenutzt werden, würde unter den vorgenommen Angaben des B-Plans eine Firsthöhe von ca. 19,00 m möglich. (Anlage siehe PDF in der Spalte rechts)

Um die optische Freistellung des Hauses Koekkoek zu sichern und unter Anwendung des §2 der Satzung der Stadt Kleve zur Gestaltung und Erhaltung des Stadtbildes und über die Gestaltung von Werbeanlagen im lnnenstadtbereich, ist zwingend ein Satteldach (charakteristisch für den Straßenzug) zu fordern.

Man möge sich die Giebelfläche zur Koekkoekstege vorstellen. Die sich ergebende Giebelhöhe durch den Neubau eines planungsrechtlich zulässigen 4-geschossigen Gebäudes würde die schon jetzt enge Koekkoekstege  zu einer schluchtenartigen Gasse verkommen lassen. Zur Veranschaulichung eines verträglichen Maßes fügen wir als Anlage 5 das Foto der Seitenansicht des zwischenzeitlich abgerissenen Gebäudes Kavarinerstr. 35 bei.

Die Festschreibung der Maße dieses Gebäudes würde dem Leitbild der Klever Gestaltungssatzung, nämlich der Erhaltung des (historischen) Stadtbildes, in vollem Umfang gerecht werden.

4. Keine Dachgauben

Gem. der in Ziffer 3 genannten Gestaltungssatzung für den Innenstadtbereich wären Dachgauben möglich. Da nach §2 der Satzung eine Anpassung an die Bebauung der nächsten Umgebung (d.h. direkten Nachbarbebauung) zu beachten ist, halten wir es für angezeigt die Herstellung von Dachgauben an der Kavarinerstr. für die Flurstücke 43 und 44 zu untersagen.

5. Gebäudetiefe  Kavarinerstraße

Der Freundeskreis regt dringend an, die vorgesehene  Gebäudetiefe von 18m für die Gebäude an der Kavarinerstraße zu reduzieren auf die Gebäudetiefe, wie sie das Haus Koekkoek vorgibt, d. h. 11m.

Nur wenn die Gebäudetiefe und Traufhöhe wie oben beschrieben reduziert werden, kann die optische Freistellung des Hauses Koekkoek erhalten bleiben.

Die Darstellung der „Baulinie“ oder „Baugrenze“ entlang der Kavarinerstraße entspricht nicht der Planzeichenverordnung - PlanZV „Baulinie“. Es muss ein eindeutiger Ausweis erfolgen.

6. Bauliches Maß am Hanns-Lamers-Platz

Für die Bebauung am Hanns-Lamers-Platz wird nach dem Plan-Entwurf zwingend eine geschlossene zweigeschossige Bebauung festgeschrieben.

Diese Festschreibung hält der Freundeskreis für falsch, da das Baufenster die 50 m-Marke unterschreitet. Zudem spricht die Platzsituation und die vorhandene umliegende, auch neuere, Bebauung für eine offene Bebauung.

Die Bebauung im Bereich Karlstr. / Hanns-Lamers-Platz / Weberstr. ist nicht von einer Kernbebauung wie entlang der Kavarinerstraße geprägt. Da der Bereich des B-Plans überwiegend durch Wohnnutzung geprägt ist, sollte die Ausweisung als WA mit offener Bauweise „o“ dargestellt werden.

Die Tiefe des Baufensters ist mit 16m vorgesehen, und damit größer als die vorhandene zweigeschossige Bebauung, die in der Begründung des B-Plans als Referenz herangezogen wird.

Von der Karlstraße aus ist die Tiefe des Baufensters unbedingt um mindestens ein Drittel zu reduzieren, so dass ein größerer Vorplatz, zzgl. Fläche für PKW-Stellplätze entsteht.

Ebenfalls sollte das vorgesehene Baufenster mehr von der Koekkoekstege weggezogen werden, damit die Sicht auf die Koekkoekstege und die Rückseite des Hauses Koekkoek möglich bleibt.

Die im Plan genannte Traufhöhe von 7m widerspricht der Angabe von 6m Traufhöhe in der Textfassung. Beide genannten Traufhöhen können nicht akzeptiert werden, da in diesem Bereich nur eine eingeschossige Bebauung sinnvoll ist.

Anstelle der Festschreibung der OK Erdgeschossfußboden an der öffentlichen Verkehrsfläche sollte sich die OK Erdgeschossfußboden am Urgelände orientieren, da es sich um ein Grundstück in Hanglage handelt.

Falls eine zweigeschossige Bebauung durchgesetzt werden soll, sehen wir hier nur die Alternative, dass in diesem Fall ein Flachdach mit zurückgesetztem  Obergeschoss festgesetzt wird.

Die Maßgabe der zwingenden 2-Geschossigkeit muss entfallen.

Es muss die Möglichkeit der Wahrnehmung der Hanglage und des Zugangs zur Koekkoekstege unbedingt erhalten bleiben.

Für den Bereich Hanns-Lamers-Platz / Karlstr. ist das Maß der baulichen Nutzung GRZ1 und GFZ 2 dringend zu reduzieren auf ein in Wohngebiten übliches Maß, nämlich GRZ 0,4 und GFZ 0,6.

Es ist unverständlich und im höchsten Maße kritikwürdig, dass die Stadt Kleve gerade an dieser sensiblen historischen Stelle Gewinnmaximierung betreibt. Wir können nicht nachvollziehen, warum dieser Grundstücksteil überhaupt für eine Bebauung vorbereitet und veräußert werden soll.

Wir weisen für den Freundeskreis weiter darauf hin, dass die Ausweisung bzw. Darstellung der erforderlichen Stellplätze im  B-Plan bzw. in der Begründung fehlt.

Die Parkplatzsituation mit acht öffentlichen Parkplätzen auf dem Hanns-Lamers-Platz schon heute völlig unzureichend.

7. Erhalt von Gartenland im Mittelteil

Der Freundeskreis ist der Ansicht, dass der Bereich zwischen den Baufeldern an der Kavarinerstraße (Flurstücke 43 und 44)  und am Hanns-Lamers-Piatz (Flurstück 42) zwingend als Gartenland freizuhalten ist, um den Bezug zu Koekkoeks Garten zu erhalten und den alten Baumbestand (teilweise in der Baumschutzliste enthalten) beiderseits der Koekkoekstege nicht zu gefährden.

8. Anregung Stadtmodell

Der Freundeskreis regt an, in das bereits vorhandene Stadtmodell die geplanten Gebäude aufzunehmen, und im Modell der Museumserweiterung von 1982 den Kubus gegen den neuen geplanten Gebäudeköper zu tauschen um so eine anschauliche Höhenentwicklung der Gebäudemasse darzustellen.


Zusammenfassung der Anregungen des Freundeskreises:

1. Wir regen an für die Traufhöhe maximal das Maß von 8,00m zuzulassen, um die Freistellung des Denkmals Haus Koekkoek in der Straßenfront zu sichern.

2. Die Fassaden an der Kavarinerstraße sind mindestens je Parzelle zu unterbrechen.

3. Es sollte ebenso eine Firsthöhe festgeschrieben werden, um die Freistellung des Hauses Koekkoek zu gewährleisten.

4. Wir regen an, Dachgauben nicht zuzulassen.

5. Wir regen an, die Bautiefe an der Kavarinerstraße von 18m auf 11m (vorhandene Gebäudetiefe  Haus Koekkoek) zu reduzieren.

6. An der Karlstraße ist die Kennzeichnung MK zu ersetzen durch WA. Die Gebäudehöhe, sowie GFZ und GRZ sind zu reduzieren.

7. Die Fläche zwischen den Baufenstern an der Kavarinerstraße  und der Karlstraße ist als Gartenland zu erhalten.

8. Wir regen an, in dem vorhandenen Stadtmodell (zur Museumserweiterung) von 1982 den Kubus des neuen Gebäudes zur Veranschaulichung einzufügen.

9. Der Leitsatz der Klever Gestaltungssatzung „Erhaltung des historischen Stadtbildes“ ist unbedingt zu beachten!

10. Schutz des alten Baumbestandes an der Koekkoekstege.


In der Hoffnung, dass unsere Anregungen aufgegriffen werden, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Ulrike Sack
Vorsitzende
Freundeskreis Museum Kurhaus
und Koekkoek-Haus Kleve e.V.

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Anregungen zum Bebauungsplan1 (PDF)
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