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Museum Kurhaus &
Koekkoek-Haus Kleve e.V.


Walter Gieseler (1919-1999), Ausstellung B.C. Koekkoek-Haus, 04.10.2009-17.01.2010

Am 28. April 2009 wurde der 10. Todestag von Walter Gieseler begangen, am 3. Oktober 2009 würde Gieseler seinen 90. Geburtstag feiern. Aus diesen Anlässen zeigt das B.C. Koekkoek-Haus eine Übersichtsausstellung des Komponisten, Musikers, Musikwissenschaftlers und Musikpädagogen. Zu sehen sind ca. 70 Werke: Partituren, Publikationen, Photographien, Konzertplakate vergangener Jahrzehnte und weitere Dokumente. Den Bürgern besonders in Erinnerung geblieben ist Walter Gieseler durch das Collegium Musicum Kleve e.V., die Städtische Singgemeinde Kleve e.V. und die Konzerte der Stadt Kleve, die allesamt nach dem Zweiten Weltkrieg von ihm gegründet bzw. wiederbelebt wurden und bis heute die Grundpfeiler des Musiklebens der Stadt Kleve darstellen.

Walter Gieseler wurde 1919 in Hannover geboren, von 1945 bis 1949 studierte er in Göttingen und Köln Musikwissenschaft, Germanistik und Philosophie und absolvierte 1951 in Hannover die 2. Staats¬prüfung als Lehrer für Musik und Deutsch. Im gleichen Jahr zog er nach Kleve, das ihm bis zum Tod Lebensmittelpunkt war, und begann seine Lehrtätigkeit am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium (damals Städtisches Gymnasium). Gieseler gründete das Collegium Musicum Kleve e.V., das bis heute in Kleve regelmäßig Konzerte mit ausgewählten Programmen gibt, und belebte die „Städtische Singgemeinde“ wieder. 1959 übernahm er ehrenamtlich die Leitung der Volkshochschule Kleve, unter der er bis 1961 die zum Programm gehörenden städtischen Konzerte leitete. 1963 erfolgte seine Berufung an die Pädagogische Hochschule Köln, seine Habilitation erfolgte 1970, nachfolgend arbeitete er als Direktor des Seminars für Musik und ihre Didaktik an der Universität Köln. Von 1975 bis 1981 war er Vorsitzender der Bundesfachgruppe Musikpädagogik.

Walter Gieseler blieb Kleve und der Region sein Leben lang verbunden: Er hielt seine Arbeit mit den Klever Ensembles aufrecht, veröffentliche musikwissenschaftliche Arbeiten, wirkte an zahlreichen Publikationen mit und engagierte sich für die Belange der Region. Zu nennen sind hier u.a. seine Gründungsinitiative für eine Kreismusikschule und sein Vorsitz im Förderkreis zur Errichtung einer grenzüberscheitenden Gesamthochschule am unteren Niederrhein von 1972 bis 1978.

1993 wurde Walter Gieseler das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. 1995 erhielt er den Johann-Moritz-Kulturpreis der Stadt Kleve. Walter Gieseler starb am 28. April 1999 in Kleve und hinterlässt eine Vielzahl von Kompositionen und musikpädagogischer Fachliteratur und Aufsätzen. Doch allem voran hinterließ er mit seinen musikalischen Werken und seinem Wirken in der Musik einen Kanon, nach dessen Qualität sich Musik in Kleve zu richten hat. Sein Freund und bedeutender Klever Künstler, Hanns Lamers, widmete ihm 1965 folgende Zeilen: „Doch wenn Du schon lange nicht mehr hier sein wirst, durch Dich wird Kleve gezwungen sein, nur noch gute Musik zu bringen.

Die Ausstellung wurde unter Mitwirkung von Elisabeth Cremer und Karl Kemper konzipiert und ausgerichtet vom B.C. Koekkoek-Haus Kleve, vom Stadtarchiv Kleve und von den Konzerten der Stadt Kleve.

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Klaus-Dieter Stade, Porträt Walter Gieseler
Walter Gieseler, Partitur: Fritz Getlinger zum 70. Geburtstag
Komponist, Musiker, Musikwissenschaftler und Dirigent
Walter Gieseler schreibt sich in das Goldene Buch der Stadt Kleve ein, 1995
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