Freundeskreis
Museum Kurhaus &
Koekkoek-Haus Kleve e.V.


Franz Gertsch, Silvia II, 2000

Franz Gertsch, 1930 geboren, wurde 1972 international bekannt durch seine Teilnahme an der documenta 5, auf der er Seite an Seite mit Gerhard Richter große photorealistische Bilder zeigte. 1978 und 1999 war er auf der Biennale von Venedig vertreten. 1997 wurde er mit dem Kaiserring der Stadt Goslar ausgezeichnet, dem international renommiertsten deutschen Kunstpreis. Gertsch hat seit den 1970er Jahren ein sehr geschlossenes malerisches Werk entwickelt, das Mitte der 1980er Jahre um die Facette des Holzschnitts bereichert wurde.

Seine Motive sind einfach und seiner nächsten Umgebung entnommen, seine künstlerische Technik aber ist überaus verfeinert und zeitaufwendig. Die eigentümliche Spannung seiner Kunst ergibt sich aus dem Gegensatz zwischen enormer Kleinteiligkeit der Handschrift und den monumentalen Formaten der Leinwände oder Blätter.

Im Jahr 2000 erhielt der Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V. eine großzügige Dauerleihgabe aus der Hand des Künstlers – das in einem ansehnlichen Format (290 x 280 cm) ausgeführte Mädchenbildnis „Silvia II“. Das imposante Gemälde bringt den Raum zwischen Bild und Betrachter zum Vibrieren, es ist derart minuziös und langsam geschildert, dass seine Realität kaum noch glaubhaft zu sein scheint.

Es zeigt das Brustbild einer jungen Frau in schwarzem Wams und vor blauem Hintergrund – der unweigerlich an die Himmel auf den Bildern Piero della Francescas erinnert und dem ganzen Werk die Aura des Klassischen verleiht. Gertschs „Silvia II“ stellt eine großartige Bereicherung für das Museum Kurhaus Kleve dar, es rückt das Haus durch seine Präsenz nachhaltig in den Blickpunkt der internationalen Kunstwelt.

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Franz Gertsch, Silvia II., 2000
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