Freundeskreis
Museum Kurhaus &
Koekkoek-Haus Kleve e.V.


Joseph Beuys, Selbstporträt, 1947/1987

Durch die Mithilfe großzügiger Mäzene, die zum Teil nicht öffentlich genannt werden wollten, konnte der Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V. 2001 auch auf dem Gebiet der Kunst des 20. Jahrhunderts großartige Neuerwerbungen erlangen.

Darunter befand sich das bronzene Selbstporträt aus einer frühen Schaffensperiode von Joseph Beuys. Beuys schuf das androgyn wirkende Bildnis 1947 in Gips, als er gerade in die Kunstakademie eintrat und sich besonders mit der eigenen Person auseinandersetzte.

Ein Sinn für Ästhetik scheint Beuys bereits so früh, vor seiner Zeit in der Akademie, gegeben worden zu sein. Der Künstler spielte eine Zeit lang mit dem Gedanken, die Porträtbüste im Rahmen seines Beitrags „Straßenbahnhaltestelle“ für die Biennale von Venedig 1976 zu verwenden, verwarf diese Idee aber wieder.

Der Guss erfolgte 1986 durch die Familie in einer Bronzelegierung mit hohem Messinganteil – diese Methode entsprach den Bronzearbeiten der vierziger und fünfziger Jahre aus der Hand des Künstlers.

Die Büste, von der Beuys selbst sagte, er habe sich darin als Frau dargestellt, strahlt außergewöhnlich feminine Züge aus. Sie verinnerlicht einen sehr sensiblen und verletzlichen Charakter, der durch Erlebnisse des Krieges geprägt worden zu sein scheint. Das Porträt wird von einer geheimnisvollen, mystischen Aura umgeben, die es – je nach Lichteinfall –äußerst fragil oder auch herb wirken lässt.

zurück

-> Diese Seite drucken