Freundeskreis
Museum Kurhaus &
Koekkoek-Haus Kleve e.V.


Mapping Identity – Ein interkulturelles Kunstprojekt für Menschen unterschiedlicher Herkunft

„Mapping Identity“ ist ein interkulturelles Kunstprojekt des Museum Kurhaus Kleve, mit dem der Dialog zwischen in Kleve lebenden Menschen unterschiedlicher Herkunft mit den Mitteln der Kunst unterstützt werden soll. Anhand einer siebenteiligen Veranstaltungsreihe an mehreren Orten in und um Kleve aus jeweils unterschiedlichsten Angeboten (aus Vorträgen, Führungen, praktischem Kunstschaffen, szenischen Auseinandersetzungen, Stadtrundgängen, Begegnungen, Gesprächsrunden und mehr) sollen interkulturelle Diskurse gefördert, neue Begegnungsformen getestet, neue Zuschauergruppen erreicht und kulturelle Vielfalt erlebbar gemacht werden.

Praktisch umgesetzt werden soll das interkulturelle Kunstprojekt „Mapping Identity“ durch feste und freie pädagogische Mitarbeiter des Museum Kurhaus Kleve und des Integrationszentrums „Alte Post Kleve“, die sich nicht nur aus Kunsthistorikern und Kunstvermittlern, sondern auch aus Künstlern, Kultur- und Theaterpädagogen, Gästeführern der Stadt Kleve und mehr zusammensetzen.

Obwohl mehrere Institutionen beteiligt sind, ist der Initiator des Kunstprojekts das pädagogische Team des Museum Kurhaus Kleve, das sich als Vertreter der bedeutendsten Klever Kulturinstitution in der Pflicht sieht, eine starke vermittlungstechnische Funktion in der Bürgerschaft einzunehmen. Durch die Vermittlungskraft von Kultur soll ein Beitrag zur Integration geleistet werden, um zwischen einheimischen und zugezogenen Bürgern einen kontinuierlichen Prozess der Offenheit, des Respekts und der Toleranz zu betreiben und aufrechtzuerhalten. Die Pädagogen des Museums möchten Zugewanderten eine theoretische und praktische Auseinandersetzung mit den Werten der Klever Gesellschaft ermöglichen, indem sie ihnen Zugang zu kulturellen Angeboten geben, die das ihnen Vertraute mit etwas Neuem verbinden und für eine positive Dynamik in ihrer Lebensplanung sorgen. Durch die behutsame Vermittlung von Wissen und durch Begegnungen auf Augenhöhe zwischen Einheimischen und Zuwanderern soll zur Integration in die Klever Gesellschaft und zum beidseitigen Verständnis für Interkulturalität beigetragen werden.

An sechs der sieben Veranstaltungstermine kommen Einheimische und Zugewanderte zusammen, um mehr über die kulturelle Identität der Stadt Kleve und der Bürger zu erfahren. Ausländische Jugendliche und Erwachsene (Gruppengröße bis max. 25 Personen) erhalten die Möglichkeit, an Veranstaltungen mit jeweils wechselndem Fokus teilzunehmen, die ihnen eine Übersicht über die geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen Aspekte bieten, die die Klever Gesellschaft kennzeichnen. In der Veranstaltungsreihe werden nicht nur Kunst und Geschichte behandelt, sondern gemäß einem „erweiterten Kulturbegriff“ (Beuys!) auch Lebensformen, Wertesysteme oder Traditionen vorgestellt. Der Begriff von Kultur wird auf breiter Basis vermittelt. Elemente der Hochkultur werden, zum besseren Verständnis, nahtlos verzahnt mit Aspekten der Alltagskultur, Erinnerungskultur, Soziokultur, Heimatkultur, Wohnkultur, Esskultur und mehr.

Mit diesem Vorwissen haben am siebenten Veranstaltungstermin „vice versa“ Zugewanderte die Möglichkeit, Klevern einen Einblick in ihre fremde Kultur zu geben.

Um breitere und bisher nicht angesprochene Bevölkerungsgruppen zu erreichen, wird das Projekt durch die teilnehmenden Protagonisten photographisch und filmisch begleitet und über die sozialen Medien verbreitet. Zum Ende des Projekts, beim siebenten Veranstaltungstermin, finden für alle Interessierten (ohne Teilnehmerbeschränkung) ein Präsentationstag und ein Fest statt, bei dem alle Teilnehmer über ihre Erfahrungen sprechen und Ergebnisse ihres Projekts präsentieren. In einer filmischen Zusammenfassung wird das Dokumentarmaterial uraufgeführt und erklärt.

Das interkulturelle Kunstprojekt „Mapping Identity“ wird gefördert durch:

Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
www.mkw.nrw

Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V.
www.freunde-klever-museen.de

Mit freundlicher Unterstützung:

Sparkasse Rhein-Maas – Premium-Partner des Museum Kurhaus Kleve und B.C. Koekkoek-Haus
www.sparkasse-rhein-maas.de

The Rilano Hotel Cleve City
www.rilano-hotel-kleve.de

WDR 3 – Kulturpartner des Museum Kurhaus Kleve
www1.wdr.de/radio/wdr3

 

Programm 


1. Kunst und Geschichte in Kleve, 20.-22. April 2018

Das vergleichsweise kleine Kleve mit über 50.000 Einwohnern besitzt eine hochbedeutende Historie, die eng mit den Bauwerken und Kunstwerken in der Stadt verbunden ist. Bis heute nimmt die Auseinandersetzung mit Kunst und Geschichte einen hohen Stellenwert in der Stadt ein, es gibt eine hohe Dichte an hochwertig betriebenen musealen Institutionen und in Kunstvereinen organisierten Bürgern. Welche Bedeutung Kultur und Geschichte in Kleve genießt, wird den Teilnehmern an diesem Veranstaltungswochenende näher gebracht.

Ablauf:

→ Den Auftakt des Projekts „Mapping Identity“ stellt eine Eröffnungs- und Informationsveranstaltung im Museum Kurhaus Kleve am Freitag, dem 20. April 2018 von 14 bis 16 Uhr dar. Der Künstler Gerd Borkelmann und die Kunsthistorikerin Valentina Vlašić stellen bei einem kurzweiligen Vortrag und einer Führung durch das Museum die Funktion dieser Kulturinstitution, ihre mannigfaltigen Tätigkeitsfelder und ihre facettenreichen Sammlungen vor. Im Anschluss findet eine interaktive Gesprächsrunde zwischen den Teilnehmern statt.

→ Tag 2 des ersten Veranstaltungswochenendes beginnt am Samstag, dem 21. April 2018 von 11 bis 13 Uhr mit einer Stadtführung durch Kulturvermittlerin Brigitte Alex. Vom Museum Kurhaus Kleve geht es zu Fuß zur historischen Schwanenburg und zur altehrwürdigen Stiftskirche, vorbei u.a. am „Toten Krieger“ von Ewald Mataré und am romantischen Künstlerpalais B.C. Koekkoek-Haus. Brigitte Alex erklärt den Teilnehmern die Bedeutung dieser Skulpturen und Gebäude und deren spezifische Relevanz für die Klever Geschichte (u.a. die Zerstörung des „Toten Kriegers“ durch Klever Nationalsozialisten auf der Grundlage der Brandmarkung Matarés als „entarteter Künstler“).

→ Am Samstag, dem 21. April 2018 findet mittags von 13 bis 15 Uhr ein gemeinsames Mittagessen im Integrationszentrum „Alte Post Kleve“ statt. Die Teilnehmer bereiten regionale Gerichte zu, die sie im Anschluss gemeinsam verzehren.

→ Tag 2 am Samstag, dem 21. April 2018 schließt mit einem Treffen von 15 bis 17 Uhr bei einer Gesprächsrunde über das Gesehene mit Kunstvermittlerin Margret Ostermann im Integrationszentrum, bei dem Vergleiche angestellt werden können über den jeweiligen kulturellen Hintergrund.

→ Das erste Veranstaltungswochenende im April schließt mit praktischem künstlerischen Schaffen am Sonntag, dem 22. April 2018 von 11 bis 13 Uhr unter Anleitung der Pädagoginnen und Kunstvermittlerinnen Alexandra Eerenstein und Margret Ostermann. Das Motto des Kunstkurses lautet „Musée imaginaire“. Nachdem die Kursteilnehmer das Klever Museum mit seinen Sammlungen und Exponaten kennengelernt haben, bauen sie ein eigenes Museum im Miniaturformat – entweder aus Exponaten der Klever Sammlung, die sie besonders beeindruckt haben, oder mit Werken aus ihrem jeweiligen Herkunftsland, mit dem sie Begriffe wie zum Beispiel „Heimat“ oder „Identität“ verbinden.


2. Klever Gärten, 18.-20. Mai 2018

Das Museum Kurhaus Kleve ist inmitten einer historischen Parklandschaft gelegen. Der älteste Teil der Klever Gärten besteht aus einer terrassierten Brunnenanlage und einem Kanal, der in der Mitte des 17. Jahrhunderts vom Statthalter Brandenburgs, Johann Moritz von Nassau-Siegen, zusammen mit dem niederländischen Architekten Jacob van Campen geplant wurde. Der Öffentlichkeit zugänglich, fungierte die Anlage auch als Freilichtmuseum, in dem antike und zeitgenössische Kunstwerke sowie Wasserspiele bewundert werden konnten.

Als 1742 eine Heilquelle an der Flanke des Springenberges eröffnet wurde, strömten Kurgäste in großer Zahl nach Kleve und belebten den rund ein Jahrhundert zuvor geschaffenen Garten neu. Für sie wurde Ende des 18. Jahrhunderts ergänzend zum barocken Park ein zweiter Garten geschaffen, der so genannte „Forstgarten“, der sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher und teils exotischer Bäume auszeichnet. Die Klever Gärten wurden 1993 als Europäisches Gartendenkmal ausgezeichnet und stellen bis heute ein identitätsstiftendes kulturhistorisches Erbe dar.

Ablauf:

→ Das dritte Veranstaltungswochenende beginnt am Freitag, dem 18. Mai 2018 von 14 bis 16 Uhr mit einem kurzweiligen Vortrag im Museum Kurhaus Kleve und einem Rundgang im Barockgarten durch Kunsthistorikerin Alexandra Eerenstein und Künstler Gerd Borkelmann. In Teil 1 dieses Vortrags wird die Bedeutung der Gartenkultur im gesamteuropäischen Kontext behandelt, in Teil 2 die Geschichte und Gegenwart der Gartenkultur in Kleve. Bei beiden stehen Verbindungen zur Sammlung des Museum Kurhaus Kleve im Vordergrund.

→ Am Samstag, dem 19. Mai 2018 stehen die Klever Gärten im Fokus. Eine Wanderung führt die Kulturvermittler des Museums, Gerd Borkelmann und Margret Ostermann, und die Teilnehmer von 11 bis 13 Uhr mit Leihrädern zum sogenannten „Moritzpark“. Von dort aus geht es zu einer Besichtigung der Nassauer Allee und der Lindenallee (u.a. mit der Cupido-Säule). Im Anschluss geht es über den Voltaire Weg zur sogenannten Grablege von Johann Moritz van Nassau-Siegen in Bergendael. Der Vormittag endet mit einer Besichtigung des Papenbergs.

→ Am Samstag, dem 19. Mai 2018 findet von 13 bis 15 Uhr ein gemeinsames Mittagessen in einem nahe gelegenen Restaurant statt.

→ Am Samstagnachmittag, dem 19. Mai 2018 findet von 15 bis 17 Uhr unter pädagogischer Betreuung ein Picknick mit einer Gesprächsrunde zwischen Gerd Borkelmann, Margret Ostermann und den Teilnehmern statt.

→ Die Beschäftigung mit der Gartenkultur endet für die Teilnehmer am Sonntag, dem 20. Mai 2018 von 11 bis 13 Uhr mit einem Kunstkurs im Museum Kurhaus Kleve: Nachdem sich die Teilnehmer unter der Leitung von Kunstvermittlerin Alexandra Eerenstein und Künstler Gerd Borkelmann Exponate aus der Sammlung des Museum Kurhaus Kleve (u.a. persische Miniatur mit Pflanzenornamentik) angesehen haben, führen sie im Anschluss ihre Vorstellungen von Pflanzen und Gärten zu einem großen Pflanzenbild zusammen. Mit Druckstöcken und allerhand mehr entsteht ein Bild, das im Integrationszentrum „Alte Post Kleve“ einen dauerhaften Platz findet.

3. Bedeutende weibliche und männliche Klever Persönlichkeiten, 15.-17. Juni 2018

In den vergangenen Jahrhunderten entstammten aus oder lebten in Kleve bedeutende weibliche und männliche Persönlichkeiten: Elsa von Brabant, die sich in der Schwanenrittersage wiederfindet, die Richard Wagner im 19. Jahrhundert für sein epochales Operndrama „Lohengrin“ adaptierte; Katharina von Kleve; Wilhelm der Reiche; Anna von Cleve; die durch Lucas Cranach d.Ä. porträtierte Sibylle von Cleve; der Rembrandt-Schüler Govert Flinck; der humanistische Fürst Johann-Moritz von Nassau-Siegen; Jean Baptiste „Anacharsis“ Cloots; Barend Cornelis Koekkoek und nicht zuletzt Joseph Beuys, um nur einige wenige zu nennen.

Neben kurzen Überblicken über die Biographien der genannten Personen sollen den Teilnehmern bei diesem Termin quasi „en passant“ ebenfalls in Deutschland bedeutende frauenrechtliche, erbrechtliche oder religionsspezifische Aspekte mitgeteilt werden.

Ablauf:

→ Den Auftakt des zweiten Veranstaltungswochenendes am Freitag, dem 15. Juni 2018 von 14 bis 16 Uhr bildet ein Vortrag im Museum Kurhaus Kleve durch die Kunstvermittlerin Brigitte Alex und den Künstler Gerd Borkelmann, bei dem neben inhaltlichen Fakten auch Abbildungen der Persönlichkeiten gezeigt als auch deren Bedeutungen für Kleve hervorgehoben werden sollen.

→ Der zweite Tag am Samstag, dem 16. Juni 2018 beginnt von 11 bis 13 Uhr mit einer Führung durch Brigitte Alex und Gerd Borkelmann durch das Museum und die Sammlung, deren Fokus auf den Porträtbildnissen bedeutender Frauen und Männer in Kleve liegt.

→ Am Samstagmittag, dem 16. Juni 2018 von 11 bis 13 Uhr findet ein gemeinsames Mit-tagessen im Museum Kurhaus Kleve statt.

→ Am Samstagnachmittag, dem 16. Juni 2018 von 15 bis 17 Uhr folgt Teil 1 eines zweitei-ligen künstlerischen und theaterpädagogischen Workshops: Die Teilnehmer schlüpfen in eine Rolle und / oder für die Geschichte Kleves relevante Szene ihrer Wahl (beispielsweise die Hochzeitszeremonie von Anna von Cleve mit Heinrich VIII.?) und stellen die jeweils bedeutende Situation in Form eines „Tableau vivant“ dar, kostümiert in die jeweiligen Roben. Am Samstag wird der „Tableau vivant“ unter Mithilfe der Pädagogin des Museums, Margret Ostermann, sowie der freien Theaterpädagogin Marjet de Boer vorbereitet. Ggf. werden Kulissen aufgebaut.

→ Am Sonntag, dem 17. Juni 2018 von 11 bis 13 Uhr findet Teil 2 des künstlerischen / theaterpädagogischen Workshops statt: An diesem Tag werden die „Tableaux vivants“ bedeutender Klever Persönlichkeiten mitsamt deren Knotenpunkten für die Klever Historie perfektioniert und lebendig. Die professionelle Photographin Annegret Gossens erstellt eine Dokumentation der aufwändigen Szenerie im Museum. Mit Margret Ostermann und Marjet de Boer.


4. Klever Kulinarik, 6.-8. Juli 2018

Niederrheinisches Essen und typische Klever Hausmannskost können für Ausländer und vor allem für Flüchtlinge eingangs ungewöhnlich und regelrecht absonderlich anmuten. Was sind Erdbeeren? Was ist Rhabarber und was überhaupt ist Spargel? Was verbirgt sich hinter Begriffen wie „Himmel und Erde“ oder „Möhrchen untereinander“? Wie sind die Gepflogenheiten beim Essen? Wann isst man Pfannkuchen, wann Schwarzbrot und womit kombiniert man Kaffee? Und wie wird z.B. Grünkohl angerichtet, der angeblich so gesund ist?

Ablauf:

→ Während einer Verkostung (einer Art „Niederrheinischer Kaffeetafel“) findet am Freitag, dem 6. Juli 2018 von 14 bis 16 Uhr durch Kunsthistorikerin Alexandra Eerenstein und Künstler Gerd Borkelmann ein Vortrag im Museum Kurhaus Kleve statt, bei dem nicht nur typisch niederrheinisches Essen vorgestellt wird, sondern bei dem auch u.a. deutsche Benimmregeln und Etikette behandelt werden. Teil 1 des Vortrags behandelt die Kultur des Essens allgemein (von den frühen Tagen der Venezianer über die Handelsstraße bis zum Verkauf von Gewürzen; alles, was exotisch war und heute noch ist; Arten des Essen – mit Fingern oder Besteck etc.). Teil 2 des Vortrags behandelt regionale Besonderheiten (wie beispielsweise Spargel), aber auch die Bedeutung von Gastfreundschaft in Deutschland und in arabischen Ländern.

→ Der Samstagvormittag am 7. Juli 2018 von 11 bis 13 Uhr beginnt mit einem gemeinsamen Ausflug zu einem Wochenmarkt in Kleve. Zusammen mit Margret Ostermann und Brigitte Alex kaufen die Teilnehmer Zutaten, die sie zuvor auf dem monumentalen Gemälde „Christus im Hause von Maria und Martha“ aus dem 17. Jahrhundert in der Sammlung des Museum Kurhaus Kleve bewundern konnten. Am Wochenmarkt wird zudem auch ein Imbiss zu Mittag eingenommen.

→ Am Samstagnachmittag, dem 7. Juli 2018 von 13.30 bis 15 Uhr besuchen die Teilnehmer die Hochschule Rhein-Waal. Dort lernen sie eine Lehrkraft kennen, die im Bereich „Agriculture“ über landwirtschaftliche Produkte aus fernen Ländern forscht. Die Lehrkraft stellt ihr Tätigkeitsgebiet vor, im Anschluss findet ein Besuch des an die Hochschule angeschlossenen Gewächshauses statt. Mit Margret Ostermann und Brigitte Alex.

→ Das Veranstaltungswochenende im Juli 2018 endet am Sonntag, dem 8. Juli 2018 mit einem „Koch-Workshop“ von 11 bis 13 Uhr mit Kunsthistorikerin Alexandra Eerenstein und Künstler (und Vegetarier) Gerd Borkelmann in der Gemeinschaftsküche des Integrationszentrums „Alte Post Kleve“. Dort werden die gemeinsam am Klever Wochenmarkt erworbenen Zutaten gekocht, um sie erst wie im Gemälde „Christus im Hause von Maria und Martha“ zu arrangieren, dann zu photographieren und zum Schluss gemeinsam zu verzehren.


5. Kirche und Kunst in und um Kleve, 10.-12. August 2018

Welche Funktionen besaßen Kunstwerke im Mittelalter und welche besitzen sie heute? Wer waren die wichtigsten Auftraggeber für Kunstwerke im Mittelalter? Und wie wird heute mit Kunstwerken aus dem Mittelalter umgegangen? Welche Maßnahmen werden zu ihrer Erhaltung ergriffen? Welche Wertschätzung bringen ihnen die Klever gegenüber? Neben fundamentalen mittelalterlichen Werken und der Bedeutung ihrer Erhaltung werden den Teilnehmern an diesem Veranstaltungswochenende auch neue Berufsbilder im kulturellen Bereich – die der Restauratoren – vorgestellt.

Ablauf:

→ Am Freitagnachmittag, dem 10. August 2018 von 14 bis 16 Uhr findet durch Kunstvermittlerin Brigitte Alex und Künstler Gerd Borkelmann eine Führung durch die mittelalterliche Sammlung des Museum Kurhaus Kleve statt.

→ Am Samstagvormittag, dem 11. August 2018 von 11 bis 13 Uhr machen die Kulturvermittler Margret Ostermann und Brigitte Alex mit den Teilnehmern per Bus einen Ausflug in die hochbedeutende Kirche St. Nicolai in Kalkar. Dort erhalten sie eine Führung zu den neun spätgotischen Altären, u.a. dem monumentalen „Sieben-Schmerzen-Altar“ von Henrik Douverman.

→ Am Samstag, dem 11. August 2018 von 13 bis 14.30 Uhr gibt es in einem in historischer Kulisse eingebetteten Restaurant neben der Kirche St. Nicolai in Kalkar ein gemeinsames Mittagessen mit niederrheinischer Küche.

→ Nachmittags geht es von 14.30 bis 16 Uhr zurück in die Kirche St. Nicolai in Kalkar, wo der leitende Restaurator des Landschaftsverbands Rheinland, Marc Peez, sein facettenreiches Tätigkeitsfeld vorstellt und die speziellen Bedürfnisse an den Erhalt der mittelalterlichen Exponate in einer Kirche erklärt. Mit Margret Ostermann und Brigitte Alex.

→ Das fünfte Veranstaltungswochenende schließt am Sonntag, dem 12. August 2018 von 11 bis 13 Uhr mit einem praktischen Kunstkurs im Museum Kurhaus Kleve. Ausgehend von den mittelalterlichen Skulpturen im sogenannten „Katharina von Kleve“-Saal, aber auch den Skulpturen der Klassischen Moderne von Ewald Mataré erstellen die Teilnehmer unter Anleitung von Kulturpädagogin Alexandra Eerenstein durch ein plastisches Verfahren eigene Kreationen (aus Seife, Holz, Ton etc.).


6. Berufe im Kunstbereich in Kleve, 21.-23. September 2018

Welchen Stellenwert genießen Berufe in der Klever Gesellschaft? Welche essentiellen Aspekte sind mit dem Beruf verbunden? Welchen Einfluss nimmt der Beruf in das Privatleben und in die Freizeitgestaltung des Klevers?

Ablauf:

→ Am Freitagnachmittag, dem 21. September 2018 von 14 bis 16 Uhr geht es bei einem Rundgang durch das Museum Kurhaus Kleve um die künstlerische und museumskulturelle Praxis. Welche Arbeitsfelder gibt es rund um das Museum? Was macht ein Kurator? Was macht ein Museumsdirektor? Was macht ein Registrar? Was macht ein Ausstellungstechniker? Was macht ein Kunstkurier? Was macht ein Kunsttransporteur? Welche Tätigkeit hat ein Künstler persönlich? Die Leitung übernehmen die Kunstvermittler Alexandra Eerenstein und Margret Ostermann. Hans Ewald Schneider von der größten deutschen Kunstspedition „Hasenkamp“ in Köln hält einen Kurzvortrag über seine facettenreiche Tätigkeit.

→ Am Samstagvormittag, dem 22. September 2018 von 11 bis 13 Uhr wird der „Kunstverein Projektraum Bahnhof 25“ mit seinen drei Leitern Elisabeth Schink, Ulrike E.W. Scholder und Dirk D. Knickhoff in Kleve besucht und seine Funktion, seine Bedeutung und mehr vorgestellt. Mit den Kunstvermittlern Margret Ostermann und Brigitte Alex.

→ Der Mittagstisch am Samstag, dem 22. September 2018 von 13 bis ca. 14.30 Uhr wird bei den Künstlerateliers im sogenannten Bensdorp-Gelände eingenommen, es wird ein vegetarischer Imbiss bestellt.

→ Am Samstagnachmittag, dem 22. September 2018 von ca. 14.30 bis 16 Uhr werden die Künstlerateliers im Bensdorp-Gelände in Kleve besucht (u.a. von Gerd Borkelmann, Günther Zins und Wilfried Grootens). Die Künstler zeigen, was sie tun, u.a. wie Farbe gemischt wird, wie mit Edelstahl umgegangen und geschweißt wird und wie etwa die Glasbasis für die Skulpturen von Grootens hergestellt wird. Mit dem Künstler Gerd Borkelmann und der Kunstvermittlerin Brigitte Alex.

→ Der Sonntagvormittag am 23. September 2018 von 11 bis 13 Uhr beschließt dieses sechste Veranstaltungswochenende mit einem künstlerischen Workshop im Museum Kurhaus Kleve, wo es u.a. um tägliche Bedürfnisse des Künstlerdaseins geht, u.a. das Spannen einer Leinwand, das Malen eines Bildes, das Rahmen und Passepartourieren einer Graphik – und mehr! Mit dem Künstler Gerd Borkelmann und der Kunstpädagogin Alexandra Eerenstein.


7. „Vice Versa“, 7. Oktober 2018

Nachdem die Teilnehmer sechs Mal die Möglichkeit hatten, zahlreiche Aspekte der Alltagskultur, Erinnerungskultur, Soziokultur, Heimatkultur, Wohnkultur, Esskultur und mehr in und um Kleve kennenzulernen, sind sie bei diesem siebenten Termin am Sonntag, dem 7. Oktober 2018 ab 11 Uhr aufgefordert, mit Unterstützung der beteiligten Pädagogen Klevern einen Einblick in ihre fremde Kultur zu geben.

Ohne Teilnehmerbeschränkung soll für alle Interessierten in der Gemeinschaftsunterkunft und im Integrationszentrum „Alte Post Kleve“ ein „Tag der offenen Tür“ stattfinden, bei dem sich die Menschen mit den für sie wichtigsten und identitätsstiftenden Aspekten ihres jeweiligen Herkunftslandes vorstellen. Dabei stehen sowohl kulturelle als auch kulinarische oder musikalische Aspekte im Fokus.

Dieser „Tag der offenen Tür“ soll in einem Fest für Jung und Alt münden, das in einer gemeinsamen Präsentation kulminiert, bei der alle Teilnehmer über ihre Erfahrungen sprechen und die Ergebnisse des Projekts präsentieren können. In einer filmischen Zusammenfassung wird das über ein halbes Jahr aufgenommene Dokumentarmaterial uraufgeführt und vorgestellt.

 

Teilnahme

Die Teilnahme (inkl. aller Eintritte, Führungsentgelte und Verköstigungen) am Projekt „Mapping Identity“ ist – Dank der Förderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie des Freundeskreises Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V. – kostenlos. Die Kapazitäten sind begrenzt, die Teilnehmerzahl ist pro Veranstaltungstermin auf 25 Personen beschränkt. Die Anmeldungen sind auch pro Wochenende möglich.

Zur Teilnahme an diesem Projekt angesprochen sind sowohl Einheimische als auch Zugewanderte (wobei der größere Fokus auf zugewanderten Teilnehmern liegt). Die Anmeldung erfolgt bei der Gemeinschaftsunterkunft / dem Integrationszentrum „Alte Post Kleve“, bei der Kulturpädagogin Sonja Lemm (Tel. 02821 / 711 66 67, E-Mail sonja.lemm@tbh-kleve.de). Es entscheidet die Reihenfolge der Anmeldung!

Auskünfte über das Projekt „Mapping Identity“ sind im Museum Kurhaus Kleve bei Valentina Vlašić erhältlich (Tel. 02821 / 750 1-17, E-Mail vlasic@museumkurhaus.de).

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Das Museum Kurhaus Kleve von außen: Zentrum für das interkulturelle Kunstprojekt „Mapping Identity“
Am zweiten Projekt-Wochenende (18.-20. Mai 2018) im Fokus: die Klever Gärten! Anbei Franz Jakob Rousseaus „Ansicht des Klever Tiergartens“, um 1790 (Smlg. MKK)
Beim dritten Projekt-Wochenende (15.-17. Juni 2018) das Thema: weibliche Persönlichkeiten. Anbei Wenzel Hollars Radierung nach Hans Holbein d.J., „Anna von Cleve“, 1648 (Smlg. MKK & FK)
Beim dritten Projekt-Wochenende (15.-17. Juni 2018) das Thema: männliche Persönlichkeiten. Anbei „Johann Moritz von Nassau-Siegen“ aus der Werkstatt von Michiel Jansz. van Miereveldt, 1636 (Smlg. FK)
Dient beim vierten Projekt-Wochenende (6.-8. Juli 2018) als Vorlage zum Nachbilden: „Christus im Hause von Maria und Martha“ (um 1670-80) eines vermutl. Amsterdamer Malers (Smlg. FK)
Ein Detail des Gemäldes „Christus im Hause von Maria und Martha“ (um 1670-80) eines vermutl. Amsterdamer Malers (Smlg. FK)
„Kirche und Kunst“ ist das Thema des fünften Projekt-Wochenendes (10.-12. August 2018), anbei ein Blick in die Kirche St. Nicolai in Kalkar
Ein Detail des „Sieben-Schmerzen-Altars“ von Henrik Douverman in St. Nicolai in Kalkar
„Berufe im Kunstbereich“ sind das Thema des sechsten Projekt-Wochenendes (21.-23. September 2018), anbei ein Schnappschuss von Künstler Günther Zins aus Kleve, beim Montieren seiner Skulpturen

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